Todesfall: Ein Kollege trauert
Wenn ein Kollege einen Angehörigen verliert, ist die Frage fast nie, was man kauft, sondern was man sagt — und ob man überhaupt etwas sagen darf. Die Antwort ist ja: Schweigen aus Unsicherheit wird als Gleichgültigkeit erlebt, fast nie als Rücksicht. Kurz, persönlich und ohne Floskel ist besser als lang und geschliffen. Wenn ihr im Team unsicher seid, schreibt eine Karte gemeinsam und lasst jeden einen eigenen Satz beitragen.

Bloß nicht
Dieser Abschnitt verkauft nichts — er bewahrt vor den Klassikern, die regelmäßig schiefgehen.
- Gar nichts sagen, weil man Angst hat, das Falsche zu sagen. Das ist der häufigste Fehler und der, der am meisten verletzt. Ein unbeholfener Satz ist fast immer besser als ein ausgewichener Blick in der Teeküche.
- Trostformeln wie „Zeit heilt alle Wunden“ oder „Er hat es jetzt besser“. Sie erklären dem Trauernden seine eigene Lage und nehmen ihm das Gefühl, dass sein Verlust groß ist. Besser: was die verstorbene Person für einen selbst bedeutet hat, oder schlicht, dass man es sehr bedauert.
- Fragen nach Todesursache oder Details. Wer erzählen will, erzählt von selbst. Nachfragen macht aus Anteilnahme eine Auskunftspflicht.
- Das Geschenk als Aufmunterung. Pralinen, Wellness, etwas Aufheiterndes — all das bittet indirekt darum, dass es der Person wieder besser gehen möge. Genau diesen Druck sollte niemand aus dem Büro erzeugen.
Was praktisch gebraucht wird
Diese Seite ist bewusst anders aufgebaut als die übrigen: Beim Todesfall geht es nicht um ein Geschenk. Unten stehen nur zwei Dinge, die praktisch gebraucht werden — Karte und Kondolenzbuch. Blumen, Kranz und Kondolenzanzeige laufen üblicherweise über die Firma und werden mit der Familie abgestimmt, nicht im Alleingang bestellt.
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Für den Fall, dass mehrere im Haus schreiben — und damit niemand am Abend noch losfahren muss.
Wenn die Firma zur Trauerfeier beiträgt: Ein Buch, in das alle etwas schreiben können, ist das, was der Familie erfahrungsgemäß bleibt.
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Häufige Fragen
Was schreibt man einem Kollegen bei einem Todesfall?
Kurz und konkret. Ein Satz Anteilnahme, ein Satz über die verstorbene Person, wenn man sie kannte, und ein konkretes Angebot statt eines allgemeinen. Also nicht „melde dich, wenn du etwas brauchst“, sondern zum Beispiel: Ich übernehme deine Termine diese Woche.
Gibt man als Kollege Geld bei einem Trauerfall?
Üblich ist eine gemeinsame Karte, oft verbunden mit Blumen oder einer Spende im Sinne der Familie. Direktes Bargeld an Trauernde ist im Kollegenkreis unüblich — steht in der Traueranzeige eine Spendenbitte, ist das der vorgesehene Weg.
Soll man den Kollegen auf den Todesfall ansprechen?
Ja, einmal und kurz, dann ihm die Führung überlassen. Wer nicht reden möchte, merkt man sofort — wer reden möchte, wartet oft darauf, dass jemand anfängt.
Was macht der Arbeitgeber bei einem Todesfall in der Familie?
In vielen Tarif- und Arbeitsverträgen ist bezahlte Freistellung für Todesfälle naher Angehöriger geregelt — das prüft die Personalabteilung, bevor der Mitarbeiter selbst fragen muss. Eine Beileidsbekundung der Geschäftsführung wird fast immer erinnert.

